Unser Wahlprogramm 2020

Für die Menschen in Pullach

Familien und Kinder

  • Die Kinderbetreuungsmöglichkeiten werden weiter ausgebaut. Nach dem Kauf von 55ha Wald im Süden von Pullach können wir einen Waldkindergarten ins Leben rufen. 
  • Die Mäuseburg soll mittelfristig von den aktuellen Containerbauten in ein festes Gebäude umziehen.Ob die Betreuungsplätze für Kinder tatsächlich angeboten werden können, hängt davon ab, ob Fachkräfte gefunden werden. Wir setzen uns daher dafür ein, dass die Gemeinde zusätzlichen und bezahlbaren Wohnraum für Personal u.a. in sozialen Berufen sicherstellt.
  • Die Planungen für den Neubau der Grundschule werden zügig vorangetrieben. Das Gebäude wird nach ökologischen Kriterien gebaut. Dabei wird es genügend Platz für pädagogische Entwicklungen und für eine Ganztagsbetreuung bieten. Vernetzte Nutzungen im Sport- und Musikbereich fließen in die Planungen ein. 
  • Familienortientierte Begegnungsmöglichkeiten werden ausgebaut.

Senioren

  • Wir möchten den älteren Bürgerinnen und Bürgern möglichst lange ein selbständiges Leben ermöglichen. Bauliche Wohnungs- bzw. Hausanpassungen können dafür wichtig sein, was wir durch Beratung und Unterstützung fördern wollen. 
  • Ferner sollen nach und nach weitere barrierefreie Wohnungen entstehen, zum Beispiel im Erdgeschoß der Häuser am Grundelberg. 
  • Außerdem wollen wir neue Konzepte für generationsübergreifendes Wohnen und für selbstbestimmtes Wohnen im Alter kennenlernen und wo möglich in Pullach umsetzen.
  • In der Ortsmitte soll es Einkaufsmöglichkeiten, barrierefreie Arztpraxen und andere Dienstleistungen, Cafés und Restaurants und vielfältige Kulturangebote geben. 
  • Ganz wichtig für ein selbstbestimmtes Leben im Ort ist auch die Mobilität. Wir wollen prüfen, ob die neuen Angebote des MVV ausreichend sind und gut funktionieren. Gegebenenfalls soll ein kleiner kommunaler Bus das Angebot ergänzen. Auch sollen weitere Möglichkeiten für nachbarschaftliche Hilfe geprüft werden. 

Jugendliche

  • Die Mittelschule, für die aktuell ein Grundstück gesucht wird, soll zukunftsfähig und entwicklungsoffen geplant und gebaut werden.
  • Ein neues Freizeitheim für Jugendliche wird als nächstes Bauvorhaben realisiert. Die von den Jugendlichen eingebrachten Ideen werden dabei umgesetzt. Die Lage an der Bahnstrecke ist zentral, dient als Lärmschutz gegen die Skaterbahn und ist gut erreichbar. Auch bei der weiteren Ausgestaltung des Betriebs des Freizeitheims wollen wir das Jugendparlament einbeziehen. 
  • Die Suche nach einem Gelände für eine Skateranlage, auf der auch die große Halfpipe betrieben werden kann, soll weiter gehen.
  • Wir wollen eine kleine Gruppe von Pullacher Bürger:innen ausbilden, die bei Konflikten über die Nutzung des öffentlichen Raums zwischen Jugendlichen und Erwachsenen – zum Beispiel der Maibaumwiese – intervenieren, beruhigen und vermitteln (analog zu AKIM – allparteiliches Konfliktmanagement in München).
  • Wir möchten die Zusammenarbeit mit dem Jugendparlament intensivieren, auch um in Kontakt zur jugendlichen Klimaschutzbewegung in Pullach zu kommen. Wir freuen uns auf die Anregungen der Jugendlichen für die Gemeinde.

Soziales und Integration

  • Dem Isartaler Tisch, der Nachbarschaftshilfe und dem Helferkreis verdankt Pullach viel. Diese Arbeit muss weiter unterstützt und ausgebaut werden.
  • Wir wollen einkommensgerechte Mieten und die Einführung des kommunalen Wohngeldes voranbringen.

Bürgerschaft und Verwaltung

  • Wir wollen die Dienstleistungen übers Internet erweitern. Die Buchung von Kita-Plätzen ist schon möglich. Mehr Service via Internet entlastet Bürger wie Verwaltung. Es sollen aber weiterhin alle Ratsuchenden mit ihren Anliegen ins Rathaus kommen können. 
  • Zur Bürgerfreundlichkeit gehören auch die Mitsprache und Beteiligung aller. Gerade das soll in Zukunft über ein Online-Portal verstärkt werden (CONSUL, eine Software, betreut durch „Mehr Demokratie e.V.“). 

In Pullach gut leben

Freizeit und Sport

  • Wiederaufforstung der zerstörten Waldflächen. Die großen Waldflächen der Gemeinde werden zeitnah kompetent gepflegt. 
  • Das Isarufer ist als Naturschutzgebiet eine grüne Lunge, ein wichtiges Naherholungsgebiet, es sorgt für gute Luft und dämpft die Erhitzung im Sommer. Wir setzen uns für die naturnahe Erhaltung ein. 
  • Auf der anderen Isarseite findet die Pullacher Bevölkerung Arbeits- und Freizeitmöglichkeiten, die jedoch mit dem Fahrrad schwer zu erreichen sind. Pläne für eine Fahrradbrücke und für eine Seilbahn nach Grünwald existieren bereits. Wir werden ihre Umsetzung forcieren.
  • Wir unterstützen weiterhin den Erwerb von geeigneten Flächen für Sportstätten und Sportplätze im Freien. Eine große Bandbreite von Sportarten soll in Pullach ausgeübt werden können.
  • Die bestehenden Sportplätze werden in ökologischer Hinsicht optimiert, z. B. durch den Austausch des Kunstrasens.
  • Die Stockschützen erhalten noch vor Baubeginn des Freizeitheims eine neue Bahn.
  • Die Schülerschaft Pullachs und die Schwimmvereine dürfen keinen Tag ohne Schwimmbad sein. Das neue Freizeitbad muss attraktiv werden! Deshalb kommt nur die Kuhwiese als geeigneter Bauplatz in Frage. Von dieser Haltung rücken wir nur ab, wenn zeitnah eine bessere Fläche zur Verfügung steht. 

Kultur und Bildung

  • Die alte Parole vom lebenslangen Lernen bekommt neue Dringlichkeit. Denn mit der Digitalisierung und dem Klimawandel leben wir in Zeiten des Umbruchs. Die Volkshochschule wird in der Arbeit an den Themen von Klima- und Artenschutz unterstützt.
  • Das Bürgerhaus und die Musikschule bleiben wichtige Säulen des Pullacher Kulturlebens.
  • Der Bahnhof soll ein weiterer nicht-kommerziellerTreffpunkt werden, an dem kulturelle und künstlerische Aktivitäten stattfinden. Hier soll vor allem eine eigenständige Jugendkultur gefördert werden. Auch Studios für  Künstler wollen wir ermöglichen.
  • 2019 hat Pullach das Jubiläum des Grundgesetzes mit einem Musikfest im gesamten Ort gefeiert. Wir wollen regelmäßig ein solches Fest für alle, weil es ein fröhliches Bekenntnis Pullachs zur offenen, demokratischen Gesellschaft ist. 
  • In Pullach soll ein Projekt für Kulturbegleitung aufgelegt werden: Sozial schwache Bürgerinnen und Bürger und gegebenenfalls ihre Betreuenden können vergünstigte Karten für Kulturveranstaltungen erhalten, die sie gemeinsam besuchen.

Geschichtsarbeit und Partnerschaften

  • Mit der Aufarbeitung der lokalen Geschichte sind wir noch lange nicht fertig. Wir wollen weitere Opfer der NS-Gewaltherrschaft, zum Beispiel die Zwangsarbeiter, vor dem Vergessen bewahren.
  • Die Geschichte der Pullacher Jesuiten Lothar König, Alfred Delp und Augustin Rösch, die im Widerstand waren, soll vertieft erforscht werden. Die Ergebnisse sollen in einem weiteren Band der Pullacher Schriftenreihe veröffentlicht werden.
  • Sobald absehbar ist, dass der BND die westliche Seite des Geländes, die frühere „Siedlung Sonnenwinkel“ verlässt, sollen die Planungen für ein Dokumentationszentrum auf dem Gelände beginnen. 
  • Ein Museum der über 1000-jährigen Geschichte Pullachs soll in der Habenschadenstr. 8 entstehen.
  • Der Höllriegel-Park soll noch besser für die Öffentlichkeit erschlossen werden, zum Beispiel durch gepflegtere Wege.

Ortsentwicklung & Bürgerbeteiligung

  • Auf dem Gelände des ehemaligen Herzoghauses soll ein Neubau mit Einzelhandelsgeschäften im Erdgeschoß und barrierefreien Dienstleistungsangeboten (z.B. Arztpraxen) und kleinen Wohnungen entstehen.
  • Im Bahnhofsgelände soll sich ein Bioladen und ein Unverpackt-Laden ansiedeln.
  • Zur fußläufig erreichbaren Nahversorgung gehört eine entsprechende Gestaltung des öffentlichen Raums. Die große Teerfläche südlich des Bahnhofs soll grüner und fußgänger- und fahrradfreundlich werden. 
    In Großhesselohe soll der Kiosk wiederbelebt werden.
  • Die Bürgerbeteiligung wird digitalisiert. Ein Antrag der GRÜNEN für eine digitale Plattform (CONSUL) zu Umfragen und Beteiligung auf der Gemeindeseite ist auf dem Weg.
  • Diese Plattform wird die Bürgerschaft u.a. in die kommunalen Planungen der Gemeinde zugunsten von Maßnahmen zur Erreichung der Klimaneutralität einbeziehen.

Für Pullachs Zukunft

Klimaschutz, Energie und Mobilität

  • Auf dem Gelände des ehemaligen Herzoghauses soll ein Neubau mit Einzelhandelsgeschäften im Erdgeschoß und barrierefreien Dienstleistungsangeboten (z.B. Arztpraxen) und kleinen Wohnungen entstehen.
  • Im Bahnhofsgelände soll sich ein Bioladen und ein Unverpackt-Laden ansiedeln.
  • Zur fußläufig erreichbaren Nahversorgung gehört eine entsprechende Gestaltung des öffentlichen Raums. Die große Teerfläche südlich des Bahnhofs soll grüner und fußgänger- und fahrradfreundlich werden. 
    In Großhesselohe soll der Kiosk wiederbelebt werden.
  • Die Bürgerbeteiligung wird digitalisiert. Ein Antrag der GRÜNEN für eine digitale Plattform (CONSUL) zu Umfragen und Beteiligung auf der Gemeindeseite ist auf dem Weg.
  • Diese Plattform wird die Bürgerschaft u.a. in die kommunalen Planungen der Gemeinde zugunsten von Maßnahmen zur Erreichung der Klimaneutralität einbeziehen.

Natur und Umwelt

  • Die ökologische Bewirtschaftung des Gemeindewaldes und der Grünflächen erhält hohe Priorität. In Zusammenarbeit mit dem Bund Naturschutz sollen Optimierungen untersucht werden. 
  • Wir wollen die Umweltbildung mit dem Bau eines Natur- und Kulturlehrpfads verstärken. 
  • Wir möchten die Bürgerinnen und Bürger besser darin unterstützen, ihren Alltag umweltbewusst zu gestalten. Im ersten Schritt soll der Zugang zu Informationen über Gartengestaltung, Baumaßnahmen und Einkaufsverhalten durch Broschüren, Veranstaltungen und Hinweise auf der Homepage der Gemeinde erleichtert werden. Andererseits möchten wir auch den Vorschlägen und Erfahrungen der Bürgerinnen und Bürger mehr Gewicht geben.
    Auch deshalb haben wir die Einführung der Software CONSUL als Plattform für Bürgerbeteiligung beantragt.

Bauen und Wohnen

  • Wir verfolgen mit unserer Politik rund um
    Bauen und Wohnen sowohl soziale als auch ökologische Zielsetzungen. Dafür wollen wir auch zukünftig entsprechenden Wohnraum durch Erweiterung und Aufstockung von Gebäuden und einer maßvollen Nachverdichtung ermöglichen.
  • Die Erdgeschosswohnungen der Wohnbaugesellschaft sollen barrierefrei und ökologisch saniert werden.
  • Nach und nach sollen im Bestand der Wohnbaugesellschaft auch neue Wohnkonzepte möglich werden. Zukunftsfähig sind kleine Wohnungen bei gleichzeitigem Angebot an Gemeinschaftsräumen. Auch die Umgestaltung zu Wohneinheiten für das Zusammenleben mehrerer Generationen soll geprüft werden.
  • Hausbesitzer, die ihre Immobilie für neue Wohnkonzepte ökologisch umbauen möchten, sollen Beratung und Unterstützung bekommen.
  • In Zusammenarbeit mit der Klima-Agenda im Landkreis berät die Gemeinde die Bürgerschaft, welche CO2-Einsparungen bauseits möglich sind. Die Mittel des Programms zur Förderung der Energieeffizienz und CO2-Reduktion für Neubau- und Renovierungsmaßnahmen werden maßgeblich aufgestockt. Das erhöht die Anreize, energiesparend und CO2-reduzierend zu bauen oder zu renovieren. Für Öl- und Gasheizungen wird eine Abwrackprämie gezahlt. 
  • Bauanträge werden zukünftig besonders auf ihre ökologischen Aspekte überprüft.

Handel, Gewerbe und Finanzen

  • Die Gemeinde versteht sich als verlässlicher Partner der ansässigen Unternehmen und erwartet auch in Zukunft die Unterstützung der Unternehmen für die berufliche Integration der Migranten und Migrantinnen. 
  • Die Gemeinde formuliert deutlich ihre ökologischen Ansprüche insbesondere bei Aus- und Umbaubauplänen der Unternehmen.
  • Die Gemeinde nutzt ihre Möglichkeiten, um im Ortszentrum Einzelhandel, barrierefreie Praxen und Dienstleistungen zu erhalten und anzusiedeln. Der Neubau auf dem Gelände des ehemaligen Herzoghauses soll einem Bioladen und einem Unverpackt-Laden Raum geben.
  • Die Belebung von Handel und Gewerbe in Großhesselohe bleibt als wichtiges Thema im Fokus. 
  • Die Zusammenarbeit mit bestehenden Vereinen und Genossenschaften für Solaranlagen in Bürgerhand wird verstärkt.
  • Die glückliche finanzielle Lage der Gemeinde sehen wir als Verpflichtung. Die hohen Rücklagen sind kein Selbstzweck, sondern sollen endlich investiert werden statt Strafzinsen zu zahlen. Bei den fälligen und vorgeplanten Neubauten und Sanierungen, beispielsweise des Rathauses und des Bürgerhauses, soll Pullach Maßstäbe für ökologisches Bauen setzen.