Wohnungsbau Hans-Keis-Straße

Gemeinderat gibt grünes Licht für einen flexiblen und zukunftsfähigen Wohnbau in der Hans-Kais-Straße

Im Gegensatz zu der verkürzenden und damit unnötig polarisierenden Darstellung der WIP im Isar-Anzeiger vom 2. April 2015 zum geplanten Bauvorhaben, möchte ich an dieser Stelle einen nüchternen, sachlichen und transparenten Blick auf den Sachverhalt und die Entscheidung des Gemeinderates werfen.

In der Sitzung vom 24. März 2015 hat sich der Gemeinderat mit deutlicher Mehrheit (16 zu 5 Stimmen) für den Bau eines Wohngebäudes entschieden, das städtebaulich Akzente setzen wird.

Auf dem Gelände der Garagenbauten zwischen den Gebäuden der Hans-Kais-Straße x und y wird die Wohnungsbaugesellschaft der Gemeinde Pullach dringend benötigten, bezahlbaren und allen Generationen und Wohnformen offenstehenden Wohnraum schaffen.

Beim in der Sitzung vom beauftragten Architekten vorgestellten Vergleich von zwei möglichen Gebäudetypen ging der teilovale Gebäudetyp in fast allen Belangen als überlegener „Sieger“ hervor. Die sehr anschauliche Präsentation mit anschließender Klärung noch offener Fragen konnte von allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern verfolgt werden und erfüllte damit den Wunsch nach transparenten und nachvollziehbaren gemeindlichen Entscheidungsprozessen.

Die Gemeinde wird übrigens zeitnah die Entwürfe des Architekturbüros auf der Webseite veröffentlichen.

Vorzüge des teilovalen Gebäudetyps

Durch ein innenliegendes Treppenhaus kann letztlich unter optimaler Ausschöpfung der bestehenden Abstandsflächenregelungen deutlich mehr Wohnraum geschaffen werden. Dies entspricht in besonderer Weise dem Wunsch des gesamten Gemeinderates, in Pullach auch zukünftig Wohnraum zu schaffen.

Die Kosten dieses Gebäudetyps (Kennziffern zu den Kosten wurden bereits in der GR-Sitzung vom xy vorgelegt) werden dabei, trotz der besonderen Bauform, die des Alternativentwurfs nicht überschreiten. Mit den Geldern der Gemeinde wird demnach vernünftig und im Interesse der Bürger gehaushaltet, die bezahlbaren Wohnraum dringend benötigen.

Die vom Gemeinderat entschiedene Variante ermöglicht, u.a. auch durch das innenliegende Treppenhaus, vielfältige Zuschnitte der Wohnungen und steht damit auch generationsübergreifenden, WG-orientierten und weiteren Wohnformen in besonderer Weise offen gegenüber. Eine moderne, atmosphärisch wertvolle und kommunikationsorientierte Architektur wird somit allen Bürgerinnen und Bürgern zugänglich gemacht, die die Voraussetzungen für die Zuweisung einer gemeindlichen Wohnung erfüllen.

Die durch das zurückgesetzte obere Stockwerk entstehende Dachterrasse könnte in Teilen für alle Bewohner des Hauses zugänglich gemacht werden, die daran angrenzende Wohnung könnte z. B. als mietbare Gästewohnung für Angehörige und Freunde der Mieter des Hauses zur Verfügung stehen. Eine spannende, denkbare Perspektive!

Ein weiterer Aspekt, der sicherlich auch zur klaren Entscheidung des Gemeinderats für diesen Gebäudetyp geführt hat, ist die optimierte Positionierung des Baukörpers zur Lärmquelle S-Bahn. Wo der Alternativvorschlag mit seinem Gebäuderiegel fast zur gesamten Gebäudehälfte in den besonders lauten Schallkegel der S-Bahn hineinreicht, kann sich der ovale Gebäudetyp diesem Lärmbereich fast vollständig entziehen und schafft darüber hinaus zwischen den angrenzenden Gebäuden eine ansprechende, luftige und von allen Anwohnern nutzbare Grünfläche.

Welche Nachteile bringt die beschlossene Bauform möglicherweise mit sich?

Einzelne Wohnungen des nördlichen Bestandsgebäudes werden zu manchen Jahreszeiten nachmittags stundenweise durch den Neubau beschattet. Hierbei galt es jedoch abzuwägen, inwieweit die Schaffung möglichst vieler neuer Wohnungen einen höheren Wert darstellt, als die für die Anwohner nachteilige Verschattung zu vermeiden.

Die oftmals geäußerten Bedenken, die ovale Bauform würde speziell angefertigte und demnach kostspielige Möbel erfordern, konnten vom Architekten überzeugend ausgeräumt werden. Der ovale Gebäudegrundriss bedingt zum einen auf mehrere Meter Außenwand nur wenige Zentimeter auszugleichende Tiefe, zum anderen kann diese Bauform auch durch jeweils aneinandergesetzte gerade Außenflächen realisiert werden.

Fazit:

Der Beschluss des Gemeinderats macht aus einer von Garagen zugebauten und von Autos belegten „Brache“ einen attraktiven Wohnbau mit angrenzender Grünfläche, der nachhaltigen, energetisch optimierten und flexiblen Wohnraum für Pullacher Bürgerinnen und Bürgern schaffen wird. Dabei wird der beschlossene Gebäudetyp eine größtmögliche Anzahl an Wohnungen für Pullacher Bürgerinnen und Bürger schaffen, die Anwohner optimal vor den Immissionen der S-Bahn schützen und dabei geringstmögliche Kosten verursachen.

Die dargestellten Vorteile des beschlossenen Gebäudetyps waren wohl auch für die überwiegende Mehrheit des Gemeinderats offensichtlich, sodass dieser mit 16 zu 5 Stimmen beschlossen wurde.

UPDATE:

Aktuelle Bilder eines Modells des Neubaus finden Sie hier: LINK und hier: LINK

Fabian Müller-Klug, GRÜNE Fraktion im Gemeinderat Pullach.

Feedback, Kritik, Anregungen? Kontakt unter: fraktion@pullach-gruene.de

Fabian Müller-Klug, geboren in München, leidenschaftlicher Radfahrer und -bastler. Liest gerne, diskutiert lieber differenziert als verkürzt.

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