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Wenn nicht jetzt, wann dann?

„Wenn nicht jetzt, wann dann“ so lautet der Titel eines aufrüttelnden Buches, das ich mir vor einigen Tagen aus der Buchhandlung Isartal geholt habe.

Harald Lesch und Klaus Kamphausen zeigen darin, sicher nicht als erste, aber sehr schlüssig auf, dass es an der Zeit ist, für unsere Zukunft grundlegende Entscheidungen zu treffen.

Wie wollen wir leben? Wie wollen wir wirtschaften? Wie wollen wir mit unseren Ressourcen umgehen? Welche Prioritäten wollen wir setzen?

Beide verdeutlichen auch anhand der vom Forum der Wirtschaftslenker (Global Risk Report 2017/2018) beschriebenen globalen Risiken (u.a. Armut, politische Instabilität, Rückzug aus internationaler Zusammenarbeit, Umweltzerstörung) die Notwendigkeit, u.a. die kapitalistische Marktwirtschaft zu reformieren und zu einer Energiewirtschaft zu kommen, die regenerative Energiequellen bevorzugt und CO2-produzierende Energieressourcen (Öl, Gas und Kohle) dauerhaft im Boden lässt.

Den beiden Autoren ist dabei bewusst, dass wir Menschen persönlich, lokal und global in unserem individuellen, gemeinschaftlichen und politischen Handeln in einer Vielzahl von Widersprüchen verstrickt sind. 

So werden Klimaschutzabkommen von der Bundesregierung unterschrieben, zugleich fördern Bund, Länder und Kommunen oft aber auch eine Infrastruktur (Flughäfen, Straßenbau, Kohlekraftwerke, etc.) die den Zielen dieser Klimaschutzabkommen diametral entgegensteht. Sie fördern steuerlich Flugbenzin, investieren zu wenig in den öffentlichen Nah- und Fernverkehr, lassen Autokonzerne mit Schummelsoftware gewähren und damit weiterhin hohen Stickoxidausstoß bei monströsen SUVs und kleinen „Töfftöffs“ zu.

Und wer sitzt noch zu oft in den Flugzeugen und den Autos und zu wenig im öffentlichen Nachverkehr? Wir Bürgerinnen und Bürger – meistens wissend um die Widersprüchlichkeit unseres Handelns oder viel Energie und Rationalisierung dafür verwendend, diese Widersprüche nicht „nach oben kommen“ zu lassen…

Was hat das nun mit Pullach zu tun?

Pullach kann das Weltklima nicht retten (ja, banale Aussage, ich weiß), aber mit Blick auf die Verantwortung für das lokale und globale, für das kleine und das große Ganze, sollten wir Bürgerinnen und Bürger und Gemeinderätinnen und Gemeinderäte, wann immer möglich Entscheidungen treffen, die nicht nur kurzfristig individuelle oder lokale Interessen berücksichtigen, sondern die Zukunft der Gesellschaft, die zukünftige Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger in den Blick nehmen.

Und dazu gehört auch die Investition in unseren lokalen Energie- und Wärmelieferanten IEP. Dazu gehören die Investitionen für die MVG-Fahrradstationen, die Stellplätze für Fahrräder, die Unterstützung von Car-Sharing, den Bau bezahlbaren und klimaverträglichen Wohnraums, u.v.a.m…

Und solange wir diese Investitionen entweder selbst tätigen oder dafür bürgen können, so sollten wir das auch tun! 

Stellen wir uns doch einmal vor, viele kleinere und größere Kommunen beginnen ebenfalls, Entscheidungen für Infrastrukturen zu treffen, die den CO2-Ausstoß verringern, um unseren ökologischen Fußabdruck zu verkleinern…. – das wäre mutig, nachhaltig und ein Beitrag für eine klimafreundlichere Zukunft!

Und damit ist jeder bei uns im Ort investierte Euro für regenerative Energie und Einsparung von CO2ein Euro für Pullach, für seine Bürgerinnen und Bürger und ein bisschen auch für die Welt um uns herum!

Deshalb wünschen wir uns von Ihnen Unterstützung für Handlungen in diesem Sinne und Ihnen eine schöne Weihnachtszeit sowie ein gutes Jahr 2019 mit vielen kleinen und größeren mutigen Entscheidungen!

Wenn nicht jetzt, wann dann?

Fabian Müller-Klug für die Fraktion der GRÜNEN im Gemeinderat Pullach

Fabian Müller-Klug, geboren in München, leidenschaftlicher Radfahrer und -bastler. Liest gerne, diskutiert lieber differenziert als verkürzt.

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