Radlcheck – Start ins Stadradeln und Alltagsradeln

Das Stadtradeln 2015 hat begonnen – ein längerer/kurzer Radlcheck und los geht´s

Das Stadtradeln 2015 im Landkreis München ist wieder gestartet. Viele hundert Bürgerinnen und Bürger und hoffentlich viele PullacherInnen steigen nun wieder vermehrt auf´s Rad und lassen das Auto stehen.

Ziele der Kampagne des Klima-Bündnisses (mehr unter: www.stadtradeln.de) sind unter anderem „BürgerInnen zur Benutzung des Fahrrads im Alltag zu sensibilisieren und die Themen Fahrradnutzung und Radverkehrsplanung verstärkt in die kommunalen Parlamente einzubringen“.

So ist Radfahren sicher und macht Spaß:

Um das Radeln genuss- und nicht qualvoll zu erleben, benötigt man ein funktionierendes Fahrrad, mit dem man gerne fährt und auf das man sich verlassen kann.

Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, Ihre „Tretmühle“ zu reaktivieren oder einfach sicherstellen wollen, dass alles an Ihrem Radl so funktioniert, wie es sich gehört, dann bringen Sie Ihr Zweirad doch einfach beim Fahrradgeschäft vorbei. Ohne Materialkosten kann so eine Inspektion zwar durchaus 50€ bis 60€ kosten, aber Sie verlassen das Fahrradgeschäft mit dem guten Gefühl, ein funktionsfähiges und sicheres Gefährt zu besitzen, mit dem Sie die kommenden Wochen des Stadtradelns und darüber hinaus mit Spaß und Energie meistern.

Haben Sie ein wenig handwerkliches Geschick und technisches Verständnis, dann können Sie Ihr Fahrrad auch nach folgender Checkliste selbst „untersuchen“ und dann auch selbst reparieren oder gezielt die Fahrradwerkstatt aufsuchen (weitere Informationen auch hier beim ADFC: LINK)

Sicherheitscheck:

  • Bremsbeläge noch ausreichend (gerade bei Scheibenbremsen oft nicht ohne Ausbau überprüfbar) und korrekt zur Felge ausgerichtet (Bremsklötze dürfen nicht am Reifen schleifen, bei falscher Ausrichtung zur Felge können auch Quietschgeräusche auftreten)? Weitere Infos auch hier: LINK
  • Lichtanlage funktionsfähig? Überlegen Sie sich doch, langfristig auf einen Nabendynamo umzusteigen, dann gibt es keine Probleme mit der Stromversorgung und Sie können bei Tageslicht ohne großen Kraftverlust mit einem LED-Tagfahrlicht sicher durch die Straßen radeln.
  • Reifendruck ausreichend? Reifen mit zu geringem Luftdruck verschleißen schneller, haben einen hohen Rollwiderstand und führen dazu, dass Hindernisse auf die Felge durchschlagen. Vielleicht schaffen Sie sich demnächst einen Satz Reifen mit Pannenschutz an? Das sind Reifen, die unter der Lauffläche einen Gummiwulst eingebaut haben, der das Durchstechen von Scherben oder Nägeln recht gut verhindert.
  • Alle Schrauben angezogen? Bitte überprüfen Sie nach länger Standzeit, zumindest zwei Mal im Jahr, ob die Schrauben an den relevanten Stellen des Rades noch fest angezogen sind, also am Lenker, an der Sattelstütze, an den Klemmen der Bremsanlage. Bitte achten Sie dabei aber darauf, die Schrauben nicht mit einem zu hohen Drehmoment anzuziehen, da diese sonst abreißen können. Hochwertige Fahrräder haben inzwischen meist Angaben zum maximalen Drehmoment an den jeweiligen Bauteilen eingeprägt. Ein entsprechender Drehmomentschlüssel ist allerdings nicht ganz billig…

Komfortcheck:

Wenn man sich nach erfolgter Wartung auf sein Radl setzt und die ersten Kilometer bewältigt hat, dann wünscht sich manche/r RadlerIn ein etwas bequemeres Gefährt. Was tun?

  • Sitzposition: Wenn der Sattel zu tief sitzt, muss man die Knie beim Treten zu stark anwinkeln, was Kraft kostet und die Kniegelenke belastet. Wenn der Sattel hingegen zu hoch eingestellt ist und man beim Treten mit der Hüfte auf dem Sattel hin- und her wippt, dann bekommt man nicht genügend Power auf´s Pedal und sitzt auch nicht bequem. Optimal ist die Sattelhöhe dann eingestellt, wenn man mit leicht durchgestrecktem Bein mit der Ferse auf das unten stehende Pedal kommt (weitere Infos auch hier: LINK)
  • Lenkergriffe: Wenn man längere Strecken mit dem Rad zurücklegen will, dann bieten ergonomisch geformte Lenkergriffe einen hohen Komfort und verhindern oftmals sehr effektiv, dass die Hände „taub“ werden.
  • Sattel: Ein breiter Sattel ist nicht immer der bequemste. Es hängt stark davon ab, welche Sitzposition Sie auf dem Fahrrad einnehmen. Je sportlicher Sie sitzen, desto weiter nach vorne geneigt sitzen Sie. Je komfortabler Sie sitzen, desto mehr Gewicht lastet auf dem Gesäß. Informieren Sie sich doch einfach über druckentlastende Sättel im Fahrradfachgeschäft Ihres Vertrauens… 😉
  • Federung: Eine gefederte Gabel erkauft man sich leider meist mit einem deutlich höheren Gesamtgewicht. Wenn das Fahrrad dann auch nicht allzu hochwertig ist, dann sind die Federgabeln oftmals deutliche Schwachstellen am Fahrrad, die nach kurzer Zeit nicht mehr gut federn oder viel Spiel aufweisen. Möchten Sie für Ihr altes Radl ein wenig mehr Fahrkomfort, dann kaufen Sie sich einfach evtl. passende und möglichst ballonartige/breite Reifen, die mit viel Luft gefüllt werden können (sog. Ballonreifen). Deren Rollwiderstand ist erstaunlich gering, der Federungskomfort bei korrektem Luftdruck dafür erstaunlich hoch.

So, das wäre es nun erst einmal…

In einem nächsten Beitrag erfahren Sie mehr über die passende Kleidung und weitere hilfreiche Ausrüstungsgegenstände, die das Radfahren bereichern.

 

Fabian Müller-Klug

 

Fabian Müller-Klug, geboren in München, leidenschaftlicher Radfahrer und -bastler. Liest gerne, diskutiert lieber differenziert als verkürzt.

Verwandte Artikel

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld